﻿{"id":7284,"date":"2012-04-16T13:12:44","date_gmt":"2012-04-16T12:12:44","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.viciente.at\/?p=7284"},"modified":"2012-04-16T13:12:44","modified_gmt":"2012-04-16T12:12:44","slug":"warum-eine-operation-bei-krebs-gut-uberlegt-sein-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.viciente.at\/?p=7284","title":{"rendered":"Warum eine Operation bei Krebs gut \u00fcberlegt sein will"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die \u201eklassische\u201c schulmedizinische Krebsbehandlung kennt im Wesentlichen drei Vorgehensweisen: Chemotherapie, Bestrahlung und die Operation, d.h. die operative Entfernung des Tumors.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>von: Ren\u00e9 Gr\u00e4ber &#8211; Heilpraktiker und Gesundheitsp\u00e4dagoge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Operation soll ja eigentlich das \u00dcbel entfernen und indirekt letztlich auch die Vermehrung an anderen Orten, anderen Geweben verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber oft sieht es so aus, dass einzelne Tumorzellen schon vor einer Operation abgewandert sind und in anderen Organen und Geweben sogenannte Mikrometastasen gebildet haben. Diese Mikrometastasen sind zun\u00e4chst vollkommen unauff\u00e4llig. Sie k\u00f6nnen \u00fcber l\u00e4ngere Zeit inaktiv bleiben, bis zu dem Zeitpunkt, wo ein spezifischer Reiz diese Dornr\u00f6schenzellen aufweckt und die Mikrometastasen zu ausgewachsenen Tumoren erstarken l\u00e4sst. Heute r\u00e4tseln die Mediziner, wie diese Reize aussehen k\u00f6nnen und nat\u00fcrlich, wie man sie am besten bek\u00e4mpfen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee, dass eine Operation die Krebserkrankung verschlimmern k\u00f6nnte, ist nicht neu. Fr\u00fcher glaubte man, dass bei einer operativen Freilegung eines Tumors dieser durch den Kontakt mit der Luft aktiv werden k\u00f6nnte. Dieser Glaube verbreitete sich allerdings mehr unter den Patienten als unter den \u00c4rzten. Es gab auch keine stichhaltigen Nachweise, dass etwas an dieser Theorie stimmig sein k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine andere Theorie, die schon etwas glaubw\u00fcrdiger und auch wahrscheinlicher klingt, besagt, dass durch die operative Entfernung eines Tumors erstens nicht alle b\u00f6sartigen Zellen zu 100 Prozent entfernt werden k\u00f6nnen. Diese k\u00f6nnen somit sp\u00e4ter auf ein Neues am Ursprungsort wachsen und wirken. Zweitens brechen durch die Operation Zellen vom Tumor ab und werden in andere Gewebe &#8222;geschwemmt&#8220;, wo sie sich einnisten und f\u00fcr die gef\u00fcrchteten Metastasen sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die Biologie des Tumorwachstums und Metastasierung nicht geschafft hat, h\u00e4tte dann der operative Eingriff erfolgreich absolviert. Aber auch hier wei\u00df man nichts Genaues. Zumindest gibt es keine verl\u00e4sslichen Daten \u00fcber die Frage, ob eine Tumorentfernung auf operativem Wege mit einer lebensverl\u00e4ngernden Wirkung einhergeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Also k\u00f6nnte etwas an der zweiten Theorie dran sein: Denn wenn der Tumor weg ist, aber die lebensverl\u00e4ngernde Wirkung ausbleibt, dann k\u00f6nnten operationsbedingte Metastasen und \u00fcbrig gebliebene Tumorzellen f\u00fcr den Negativeffekt sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine dritte Theorie zeigt weitere, neue Mechanismen auf, die die negativen Effekte einer Operation auf das Tumorgeschehen wahrscheinlich machen. In diesem Zusammenhang sind zwei Namen zu nennen: Dr. Michael Retsky von der Harvard Medical School in Boston und Dr. Nils Hansen-Algenstaedt von der Uniklinik in Hamburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei dieser Theorie vermuten die die Wissenschaftler, dass die Operation selbst der Ausl\u00f6ser f\u00fcr das rasche Wachstum von kleineren Tumoren sein k\u00f6nnte. Bislang sind die Krebsexperten noch skeptisch diesen Behauptungen gegen\u00fcber. Aber deren Anh\u00e4nger sehen immer mehr Beweise f\u00fcr diese Annahme. Dr. Retsky glaubt, dass zumindest in einigen F\u00e4llen eine Operation mehr Schaden anrichtet, als dass sie dem Patienten nutzt. Dies gilt vor allem f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/krankheiten\/krebs\/brustkrebs.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Brustkrebspatienten<\/a>. Dr. Retsky argumentiert, dass mehr als die H\u00e4lfte der R\u00fcckf\u00e4lle bei diesen Patienten durch eine Operation beschleunigt bzw. herbeigef\u00fchrt worden sein k\u00f6nnten. Aber er schlie\u00dft nicht aus, dass dieses Ph\u00e4nomen auch f\u00fcr andere Krebsformen beobachtet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mechanismus, der sich dahinter versteckt, ist noch nicht vollst\u00e4ndig bekannt. Man wei\u00df aber schon seit etlichen Jahrzehnten, dass eine Operation die Produktion von Proteinen stimuliert, sowie anderer Substanzen seitens des Organismus, um die Heilung zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn also jemand operiert wird, dann wird eine Kaskade von genetischen Signalen in Gang gesetzt, die die Wachstumsbedingungen f\u00fcr einen \u201eschlafenden\u201c Tumor beg\u00fcnstigt. Diese Hypothese zielt auf ein anderes Gebiet der Krebsforschung, die sich prim\u00e4r mit der Angiogenese (Entstehung von Blutgef\u00e4\u00dfen) bei Krebszellen besch\u00e4ftigt. Hierbei hat sich gezeigt, dass ein Tumor, wie jede andere gesunde Zelle auch, ein Versorgungssystem ben\u00f6tigt. Der Unterschied zur gesunden Zelle jedoch ist, dass die Tumorzelle in der Lage ist, deutlich besser und schneller die Bildung der Blutgef\u00e4\u00dfe zu bewerkstelligen. Diese Erkenntnis war dann auch die Geburtsstunde f\u00fcr Chemotherapeutika, die diese Angiogenese versuchten zu verhindern (siehe Avastin).<\/p>\n\n\n\n<p>Ungl\u00fccklicherweise verhindern jedoch solche Medikamente auch die normale Wundheilung und haben andere schwerwiegende Nebenwirkungen. Bedingt durch die Verletzungen, die bei einer Operation entstehen, kommt es im Organismus zu einer vermehrten Bildung von Blutgef\u00e4\u00dfen am Ort der Verletzung. Je gr\u00f6\u00dfer diese Verletzung ausf\u00e4llt, desto \u201eheftiger\u201c wird dieser Reparaturmechanismus in Anspruch genommen. Gleichzeitig bietet dieser Mechanismus aber auch die notwendigen Substanzen, die schlafende Tumorzellen zum Wachstum anreizen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nicht nur dieser Mechanismus wird durch eine Operation losgetreten. Heute wei\u00df man, dass ein Prim\u00e4rtumor in der Lage ist, andere, kleinere Tumore zu unterdr\u00fccken. Dies scheint mit ein wichtiger Grund zu sein, warum auch Metastasen nicht sofort und in gro\u00dfer Zahl auftreten. Eine operative Entfernung eines solchen gro\u00dfen Prim\u00e4rtumors jedoch w\u00fcrde diesen Bremsklotz f\u00fcr die kleinen entfernen. Wenn dann noch gleichzeitig durch eine umfangreiche Verletzung von Gewebe die notwendigen Mechanismen f\u00fcr die Gewebereparatur und Bildung von Blutgef\u00e4\u00dfen eingeschaltet sind, dann liegen f\u00fcr die kleinen Tumorzellen \u201eparadiesische Zust\u00e4nde\u201c vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob dies nun so beim Menschen aussieht, ist noch ungewiss, denn es gibt nur wenig an Untersuchungen f\u00fcr dieses Thema. Aber es gibt entsprechenden Studien, die diesen Sachverhalt bei M\u00e4usen gezeigt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2005 ver\u00f6ffentlichten Retsky und seine Kollegen eine Studie mit fast 1200 Italienerinnen, die an Brustkrebs litten (<a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/15535851\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/15535851<\/a>). Die Daten dieser Studie zeigten, dass die Todesraten aufgrund der Krebserkrankung nach 2 Jahren nach der operativen Entfernung des Tumors signifikant in die H\u00f6he schnellten. Als einzig plausible Erkl\u00e4rung f\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen gaben die Autoren an, dass es nur der chirurgische Stimulus gewesen sein kann, der die Metastasenherde aktiviert und das Krankheitsbild verschlechtert hatte. Mehr zu diesem Thema unter (<a href=\"http:\/\/www.mdpi.com\/2072-6694\/2\/2\/305\/pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.mdpi.com\/2072-6694\/2\/2\/305\/pdf<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Eine neuere Studie wurde letztes Jahr in Japan durchgef\u00fchrt (http:\/\/lib.bioinfo.pl\/paper:22067898). Auch diese Autoren gehen davon aus, dass schon lange vor der eigentlichen Operation eine Reihe von Tumorzellen vom Prim\u00e4rtumor \u201eabgebrochen\u201c sind und \u00fcber das Lymphsystem oder die Blutgef\u00e4\u00dfe in benachbartes und\/oder entferntes Gewebe gewandert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Krebszellen produzieren, wie oben schon erw\u00e4hnt, Substanzen, die die Angiogenese induzieren und beschleunigen. Der \u201eSchlafzustand\u201c der metastatischen Zellen ist gepr\u00e4gt von einem Gleichgewicht zwischen Zellvermehrung und Apoptose (nat\u00fcrlicher Zelltod; Zellselbstmord). Eine Erh\u00f6hung der Apoptoserate w\u00fcrde demzufolge nach geraumer Zeit diese Metastasen vollkommen vernichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine operative Entfernung des Prim\u00e4rtumors jedoch ver\u00e4ndert dieses Gleichgewicht zugunsten der Zellvermehrung. Als Grund daf\u00fcr sehen die Autoren die Stimulation der Angiogenese, die das Wachstum der Mikrometastasen zu klinisch relevanten Metastasen bewerkstelligt. Von daher fordern die Autoren eine wirksame medikament\u00f6se Eind\u00e4mmung dieser Angiogenese nach einer Operation.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch hier versucht man den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Denn eine solche Therapie w\u00fcrde nicht nur das Wachstum der Metastasenherde eind\u00e4mmen, sondern auch die Selbstheilungskapazit\u00e4ten des Organismus beschneiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dementsprechend hoch sind dann auch die Nebenwirkungen einer &#8222;<a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/krankheiten\/krebs\/chemotherapie.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Chemotherapie<\/a>&#8222;. Vielmehr w\u00e4re hier bei einer unumg\u00e4nglichen Operation (bei Tumoren, die lebenswichtige Organe befallen bzw. verdr\u00e4ngen z.B.) anzustreben, das Ausma\u00df der Verletzungen so gering wie m\u00f6glich zu halten. Denn es ist nur logisch, dass bei gr\u00f6\u00dferen Verletzungen auch \u201ekr\u00e4ftigere\u201c Reparaturmechanismen zum Tragen kommen m\u00fcssen, was wiederum den Stimulus f\u00fcr die schlafenden Metastasezellen verst\u00e4rkt. Somit w\u00e4ren aber nicht nur operative Eingriffe pr\u00e4destiniert f\u00fcr das Aufwecken von Krebszellen. Auch schwerere Verletzungen bei Unf\u00e4llen z.B. k\u00f6nnten diesen Mechanismus in Gang setzen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h4>\n\n\n\n<p>Bei der Frage nach der Auferweckung der schlafenden Metastasen durch Verletzungen bei Unf\u00e4llen und chirurgischen Eingriffen herrscht einvernehmliche Ungewissheit. Es gibt ein paar wichtige Hinweise im Tiermodell, was die Gegner dieser Theorie aber als nicht auf den Menschen \u00fcbertragbar ablehnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Daten, die es dazu zum Menschen gibt, sind entweder spekulativ oder aus Meta-Analysen gewonnen. Interessant ist hier, dass bei einem solchen brisanten Thema noch niemand so richtig seine \u00c4rmel hochgekrempelt und entsprechende Daten produziert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr ist man sich aber einig, dass bei einem positiven Ergebnis alle operierten Patienten mit <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/blog\/bekanntes-krebsmedikament-mehr-schaden-als-nutzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Avastin<\/a> oder anderen Angiogenese-Blockern behandelt werden m\u00fcssen &#8211; obwohl nat\u00fcrlich auch diese Medikamente mit garstigen Nebenwirkungen aufwarten k\u00f6nnen. Zur Angiogenese habe ich \u00fcbrigens auch bereits einiges ver\u00f6ffentlicht: <a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Angiogenese &#8211; oder wie esse ich gegen Krebs?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt auch kaum Ans\u00e4tze, den Sinn der operativen Entfernungen von Prim\u00e4rtumoren zu \u00fcberdenken. Denn wenn dieser Prim\u00e4rtumor die vielen kleinen Metastasen in deren Wachstum kontrolliert, dann macht es kaum Sinn, diese &#8222;Kontrolle&#8220; zu entfernen und den Metastasen gr\u00fcnes Licht zu geben. Als Ausnahme kann eigentlich nur gelten: Der Prim\u00e4rtumor sch\u00e4digt unmittelbar vitale Organe. Da w\u00e4re dann Gegenstand einer Nutzen-Risiko-Analyse.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/krankheiten\/krebs\/operation-bei-krebs.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier geht es zum Originalbeitrag &gt;&gt;<\/a><\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">QUELLENHINWEIS: <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/krankheiten\/krebs\/operation-bei-krebs.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Portal f\u00fcr alternative Medizin und Naturheilkunde<\/a><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u201eklassische\u201c schulmedizinische Krebsbehandlung kennt im Wesentlichen drei Vorgehensweisen: Chemotherapie, Bestrahlung und die Operation, d.h. die operative Entfernung des Tumors. von: Ren\u00e9 Gr\u00e4ber &#8211; Heilpraktiker und Gesundheitsp\u00e4dagoge Die Operation soll ja eigentlich das \u00dcbel entfernen und indirekt letztlich auch die Vermehrung an anderen Orten, anderen Geweben verhindern. 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